
Die Kraft des Wassers: mahlen, sägen, Strom erzeugen
Die Mühle und ihre Antriebstechnik
Das historische Mühlengebäude vereint über vier Ebenen vier verschiedene Funktionen unter einem Dach:
Das Wasserrad hat den Gleichstromgenerator für die Stromerzeugung ODER das Horizontalsägegatter angetrieben, die Turbine die Mahltechnik angetrieben:
und zwar den Mahlgang für Brotmehl mit Reinigung ODER die Mahlsteine für die Schrotherstellung.
Außenansicht
Am Hederufer wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts etwa zeitgleich mit der Errichtung der Vernaburg eine Mühle angelegt. Es ist jedoch nicht bekannt ob es Vorgängerbauten in dem Bereich gegeben hat.
Unterschiede im Ziegelmauerwerk weisen daraufhin, dass das heutige Mühlengebäude ursprünglich zweigeschossig war und ein Satteldach
hatte. Die Erweiterung um das dritte Stockwerk der Verner Mühle wurde seinerzeit von Bernhard Schäfermeier veranlasst, der 1928 einen entsprechenden Antrag stellte.
Aus jüngster Zeit stammt hingegen der 2015/2016 ergänzte Aussichtsturm. Vom Dachboden der Mühle zugänglich, bietet die gläserne Kanzel weite Blicke ins Naturschutzgebiet Hederaue.
Stauanlage

Die eigentliche Heder verläuft etwas südlich der Mühle. Ob die Erstellung des Mühlengrabens auf mögliche Vorgängeranlagen zurückging oder durch die Errichtung der Vernaburg und ihres Gräftensystems notwendig geworden war, ist nicht bekannt.
Die eigentliche Heder verläuft etwas südlich der Mühle.
Es steht jedoch fest, dass der begradigte Wasserlauf des Mühlengrabens das Hauptgefälle an der Mühle aufweist und dadurch stärkere Antriebskräfte freisetzen konnte.
Um das vorhandene Mühlrad und später die zusätzliche Fallturbine (Francisturbine) in Gang zu setzen, wurde die Heder seinerzeit gestaut (Schwarzes Stuch = alte Stauanlage) und deren Wasser anschließend den jeweiligen Antriebseinheiten zugeleitet.
Heute wird dies durch eine feste Wasserzuführung über „Stausteine“ realisiert.
Die bis heute größtenteils funktionierende Technik wird bei Veranstaltungen gerne interessierten Besuchern vorgeführt.
Hauptantriebswelle Mahltechnik (Turbine)


Die technische Anlage zum Antrieb der Mühle ist ein komplexes Gebilde, welches zum Teil aus ineinandergreifendem Räderwerk sowie aus mehreren, zur Kraftübertragung genutzen Transmissionsriemen besteht.
Sobald sich das Ganze bewegt, reicht ein kontinuierlicher Wasserzulauf für den weiteren Betrieb.
Da die Wasserkraft nicht ausreichte, um alle Maschinen gleichzeitig zu betreiben, liefen unter Volllast nur bestimmte Maschinen.
Sie möchten es genauer wissen?
Da unsere Mühle eines von mehreren Projekten unseres Trägervereins – dem Förderverein für historische Bauten und Bauwerke Salzkotten e.V. – ist, wurde ihre historische Antriebstechnik dort bereits bis ins kleinste Detail dokumentiert. Um Dopplungen zu vermeiden, finden Sie eine vollständige, tiefgehende technische Beschreibung direkt auf der Mühlenseite des Fördervereins.
Hauptantriebswelle Säge und Generator (Wasserrad)

Auf dem linken Bild ist die Hauptantriebswelle des Wasserrades durch einen roten Pfeil (mittlere Achse) gekennzeichnet.
Von dort aus wird die Kraft über das Zahnradgetriebe per Flachriemen (hier nicht abgebildet) zum Sägegatter als auch zum Generator übertragen.
Um die gesamte Einrichtung funktionsfähig zu halten, sind Wartungs- und Reparaturarbeiten an der Tagesordnung. So müssen zum Beispiel die Holzverkammen (Holzzähne) zu den gusseisernen Zahnrädern und Lager regelmäßig gewartet werden.
Ehrenamtliches Engagement
Eine engagierte Gruppe ehrenamtlicher Mitglieder und Helfer halten das Bau- und Kulturdenkmal Verner Mühle lebendig. Neben der Instandsetzung und Wartung alter Mühlentechnik richten sie weitere Räumlichkeiten her, pflegen die Außenbereiche und leisten somit unersetzliche Arbeit für den Denkmalschutz.
